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Deutschland leicht über Durchschnitt |
PISA 2004: Alles in allem bleibt Deutschland mittelmäßig
Endlich ist es offiziell: Bei der PISA-Studie 2004 hat Deutschland etwas besser abgeschnitten als 2001. Mit drei Punkten liegt es sogar leicht über dem Durchschnitt der teilnehmenden Staaten. Nicht verändert hat sich hingegen die enorme Abhängigkeit der Bildungschanchen vom sozialen Hintergrund.
Trotz der geringfügigen Verbesserungen sind die Leistungen deutscher Schüler im internationalen Vergleich weiterhin nur Mittelmaß. Die 15-jährigen Schüler erreichten bei der Studie mit Schwerpunkt Mathematik einen Mittelwert von 503 Punkten, wie die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) am Montag (6.12.2004) bekannt gab. Das beste Ergebniss erzielten die deutschen Schüler im Bereich Problemlösung in alltagstypischen Situationen, dort liegen sie mit 513 Punkten deutlich über dem Durschnitt. In Mathematik und Naturwissenschaften konnten sie sich leicht verbessern und im Bereich Lesekompetenz sind sie fast auf dem alten Stand von 2001 geblieben. 216 deutsche Schulen beteiligten sich an PISA II..
Experten kritisieren starke Selektion an deutschen Schulen
Bedenklich ist das Ergebnis, dass es Deutschland nach wie vor sehr schlecht gelingt, schwächere Schüler zu fördern und zu integrieren. Während die Gymnasien den stärksten Leistungszuwachs verzeichneten, schnitten die Hauptschulen weiterhin schlecht ab. Das deutsche Bildungssystem selektiert seine Schüler stark aus, ähnlich schlechte Bildungschancen haben Kinder aus sozial benachteiligten Familien und Immigrantenkinder sonst nur noch in Ungarn, Belgien und Portugal.
Der eigentliche Gewinner heißt Polen.
Während die österreichischen Schüler schlechter abschnitten als bei der ersten PISA-Studie im Jahr 2001, konnten die Polen im Länderranking etliche Plätze wettmachen. Vor drei Jahren belegten sie einen der untersten Plätze, inzwischen haben sie sich ins Mittelfeld hochgearbeitet. "Das Beispiel Polens zeigt: In relativ kurzer Zeit können sich die Ergebnisse verbessern", lobt Bildungsexperte Andreas Schleicher. Dabei hatten die Polen das gleiche Problem wie Deutschland: eine sehr große Leistungsspanne zwischen den besten und schlechtesten Schülern. Die umfassende Schulreform, die Polen 1999 beschlossen und zügig umgesetzt hatte, macht sich bei der neuen Erhebung positiv bemerkbar. Schwache Schüler werden in Polen inzwischen besser gefördert.
Quelle: http://www.wdr.de
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